Dienstag, 15. August 2017

Das Museum der Unschuld (Istanbul)

Es wurde mit dem „European Museum Award of the Year 2014“ ausgezeichnet. Völlig zu Recht. Was für ein liebevoll gestaltetes Museum. Und was für ein angenehmer, lesenswerter Roman: Das „Museum der Unschuld“, das Museum zum gleichnamigen Roman von Orhan Pamuk. Pro Buchkapitel eine Vitrine mit den zugehörigen Fotos und Gegenständen. Plus eine Wand voll mit den vom Romanhelden gerauchten Zigarettenstummeln. Ein ungewollter Beitrag zur Fake News-Debatte. Gab es die Romanhandlung etwa doch wirklich? Hat der Ich-Erzähler tatsächlich, wie im Obergeschoss behauptet, Orhan Pamuk seine Lebensgeschichte erzählt, bevor er 2009 gestorben ist? Nein, er hat nie gelebt. Nur einige Nebenfiguren des Buches waren oder sind real existierende türkische Schauspieler, Sänger etc. Und es ist alles so wirklichkeitsnah beschrieben (und im Museum ausgestellt), dass man sich wirklich in das Istanbul der 70er Jahre versetzt fühlt. Vermutlich später auch in das der 80er Jahre, aber so weit bin ich mit dem Buch noch nicht. Um das Ende nicht zu spoilern, habe ich die letzten Vitrinen übersprungen – und freue mich jetzt noch mehr darauf, das Hörbuch zu Ende zu hören. Die Bahnfahrt nach Ankara heute Nachmittag wird ein paar zusätzliche Vitrinen freischalten.

eine Wand voll mit den vom Romanhelden gerauchten Zigarettenstummeln

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